Die Geschichte

unsere Ortsteile in Kurzform

Kalenborn

(Caldebrunna, Calter Born, Calenborn ) Ein erzbischöflisches Gut bei Caldebrunna geht i.J. 846 in den Besitz der Abtei Prüm über. (Beyer, Mrh. I. Nr. 75.- Goerz Mrh. Reg. I. Nr 559). Kalenborn wird im Prümer Urbar (Güterverzeichnis) in Kapitel 7 zum ersten Mal 893 mit „de Caldebrunna“ als erzbischöfliches Gut der Abtei Prüm erwähnt.

Zur damaligen Zeit mussten 1 Schwein, 24 Eier und 3 Frontage jede Woche geleistet werden. Zudem mussten 100 Bretter, 5 Müdden Korn, 10 Müdden Getreide und 4 Lohbündel geliefert werden. Außerdem Transporte von Cochem nach Prüm. Die Namen Elembeld, Elisius und Redolfus wurden erwähnt. Als Prümscher Besitz kommt der Ort vom 10. bis 12. Jahrhundert öfter vor.

Im Reportorium der Akten des ehemaligen Staatsarchives Koblenz ist unter Kap. 1413 nachzulesen, dass Graf Johann Gerhard von Manderscheid zu Gerolstein gegen Graf Dietrich und Joachim von Manderscheid bzw. deren Erben Philipp von der Mark zu Schleiden, wegen Einfall in den Kläger. Wald Erlenbusch bei Scheuern sowie das Dorf Kalenborn 1575 geklagt hat. Der Ort entstand nach den Überlieferungen ca. 1 km nordöstlich des heutigen  Dorfes. Die Kapelle zeugt jedoch davon, dass der Ort schon seit ca. 450 Jahren an seinem heutigen Standort besteht. Dies bezeugt die Kapelle in der Ortsmitte mit ihrer Inschrift über die Erbauung 1552. Die Kapelle ist dem Hl. Wendelinus geweiht, dessen Patronatsfest am 20.Oktober gefeiert wird. Über den Bau bzw. die Entstehung der Kapelle ist Näheres nicht bekannt. Das Fest des Hl. Wendelinus „Dorfkirmes“ wurde aus Witterungsgründen auf den 2. Sonntag im September verlegt.

Die Entwicklung des Dorfes nahm nach den Unterlagen folgenden Verlauf. I.J. 1611 wurden 14 Häuser gezählt. Im Jahre 1830 wurden 116, i,J. 1896 200 und i.J. 1937 wurden 241 Einwohner gezählt. Auf dem Weg nach Roth, am Rother Berg, steht ein gut restauriertes Wegkreuz aus rotem Sandstein mit Altarvorsprung. Das Kreuz stammt nach der Überlieferung aus der der Zeit um 1730. Es ist nicht bekannt aus welchem Grund das Kreuz errichtet wurde. Ein weiteres Sandsteinkreuz steht an der Straße von Kalenborn nach Roth im Mergenborn. Frau Barbara Diederichs (Backes Bäb) wurde hier auf dem Weg zur Hl. Messe nach Roth morgens früh im Alter von 66 Jahren vom Tode ereilt.

Scheuern

(Schuren, Scheuren) Urkunden über die Entstehung des Ortes konnten bisher nicht gefunden werden. Im Reportorium der Akten des Staatsarchives Koblenz wird Scheuern wiederholt erwähnt. In den Kapiteln 1379 / 1380 / 1381 / 1383 / 1386 / 1387 / 1413 / 1416 / 1440 / u.1441. Die Grafen von Manderscheid stritten unter sich wegen Besitz und Gerichtsbarkeit des Dorfes Scheuern sowie um klägerischen Einfall in dasselbe.

Der Ort gehörte nach den überlieferten Unterlagen im 15. Jh. zur Grafschaft Gerolstein und wechselte wiederholt den gräflichen Eigentümer. Zeitweise gehörte das Dorf zur Grafschaft Blankenheim und zwischenzeitlich mit einem Teil des Ortes zu den Besitzungen der Arenbergschen Vogtei Fleringen. Während dieser Zeit war der Ort zur Wahrung der Immunität durch einen Bannzaun getrennt (Eiflia ill.3,2, 1 S.53). Der Name des Ortes Scheuern wird von einer Zehntscheune hergeleitet, an die die Bauern den zehnten Teil ihrer Ernte abgeben mussten.

Es gab ein Kloster in Scheuern mit einer Kapelle, dem auch die Zehntscheune angegliedert war. Das Kloster gehörte zur Abtei Prüm, an welches die Abgaben weitergeleitet wurden. Das Kloster wurde im 18. Jahrhundert zu einem Wohnhaus (Familie Klein) umgebaut. Das Haus hat heute noch den Namen „Klouster.“

Historische Aufnahme Kalenborn-Scheuern
Historische Aufnahme Kalenborn-Scheuern
Historische Aufnahme Kalenborn-Scheuern
Historische Aufnahme Kalenborn-Scheuern

Kapellen

St. Wendelinus Kapelle Kalenborn

Der Bau unserer Kapelle im Ortsteil Kalenborn, stammt aus dem Jahr 1552. Da die Kapelle Opfer des dreißigjährigen Krieges wurde, ist die Zahl 1642 heute als Gründungsjahr über dem Westportal eingeschrieben. 1695 wurden in der Kapelle zwei Glocken installiert, die sich noch heute in einem sehr guten Zustand befinden. Dies geht aus einer alten Schrift von Frau Kelter aus dem Jahr 1919 hervor, die hierzu in der Schulchronik von Kalenborn schrieb:

„Mit dem Wiederaufbau der Kapelle (nach dem 30 jährigen Krieg) fällt sicherlich auch die Stiftung der zwei Glocken zusammen, die heute noch das Geläute des C(alenborner) Gotteshauses ausmachen. Sie tragen die Jahreszahl 1693 und den Namenszug ihres hochherzigen Stifters, des Grafen Rodenburg von Niederbettingen. Wegen ihres historischen- und Kunstwertes sind sie auch der in u. durch den Weltkrieg geforderten Beschlagnahme der Metalle entgangen.“

Laurentius Kapelle im Ortsteil Scheuern

Die Kapelle wurde i.J. 1629 erbaut. Ca. 200 m entfernt zum Dorf hin stand ein Kreuz (gelbes Kreuz genannt). An dieser Stelle wollte man ursprünglich eine Kapelle außerhalb des Klosters erbauen. Die Steine wurden jedoch dreimal nachts auf einen Hügel geschafft, so dass schließlich auch dort die heutige Kapelle errichtet wurde. Das Kreuz steht jetzt unmittelbar unterhalb der Kapelle. Ein weiteres Kreuz aus Sandstein wurde in den 90 er Jahren von einer Einwohnerin aus Scheuern gestiftet. Die Kapelle ist dem Hl. Laurentius geweiht.

St. Matthiaskapelle

Ca. 1 km oberhalb vom Ortsteil Scheuern in nördlicher Richtung steht die St. Matthiaskapelle, über deren Entstehung kaum etwas bekannt ist. Die Kapelle liegt an der alten Römerstraße, die von Trier nach Köln über die Gemarkung Scheuern führt. Neben der Kapelle steht ein Kreuz mit der Jahreszahl 1695.

St.-Matthiaskapelle in Scheuern
Laurentius Kapelle in Scheuern
Kapelle in Kalenborn