11.12.2018 06:21:15

Energetisches Quartierskonzept

Wir packen es gemeinsam an – Auftaktveranstaltung zur Quartierskonzepterstellung in Kalenborn-Scheuern


Kalenborn-Scheuern. Ortsbürgermeister Streicher ist schon energiebewusst unterwegs mit seiner neuen Holzheizung und der Photovoltaik-Anlage. Diese liefert den Strom für die Wärmepumpe, die im Sommer das Wasser erwärmt. „Wir packen es gemeinsam an“, so begrüßte er zunächst die Mitglieder der Steuerungsgruppe und die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger, die zur Auftaktveranstaltung gekommen waren.

Ein Quartierskonzept soll dabei helfen, durch die aufgezeigten Maßnahmen den ganzen Ort zukunftsfähig zu machen. Dazu wird zunächst eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Dr. Philipp Schönberger vom beauftragten Büro EnergyEffizienz GmbH erläuterte den Ablauf der Konzepterstellung. „Wir schauen auf die einzelnen Gebäude und das, was jeder tun kann, aber auch auf das gesamte Dorf“, so Dr. Schönberger.

Ein Steckbrief fürs Gebäude

Demnächst wird die Begehung in Kalenborn-Scheuern durchgeführt, um die Gebäude von außen zu erfassen. Anhand von statistischen Daten und der Einteilung in Baualtersklassen können die Energieverbräuche und damit die Umweltauswirkungen abgeschätzt werden. Genauere Aussagen sind erst durch die Angaben im Fragebogen möglich. Jeder, der den Fragebogen ausgefüllt zurückgibt, erhält einen Gebäudesteckbrief für sein Haus mit Angaben zu effizienten Maßnahmen, Kosten und Einspareffekten.

Klimawandel ist in vollem Gang

Das zeigte Dr. Schönberger anhand von Fotos aus Herrstein auf, das in diesem Frühjahr extrem von den Starkregenereignissen betroffen war, und fragte: „Wie kommen wir von den umweltbelastenden Energien weg?“ Ortsbürgermeister Streicher erläuterte, dass die Gemeinde viel Holz hat und  dass auch Abfälle aus der Holzverarbeitung verwendet werden könnten. „Man sollte auch über ein Nahwärmenetz nachdenken“, so Lothar Streicher weiter.

Ziele für den Ort, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien

Diese drei Themen diskutierten die Bürger an drei Thementischen miteinander. Unter anderem stellten sich die Bürgerinnen und Bürger folgende Fragen: Gibt es weitere Potenziale für Photovoltaik oder auch Geothermie? Könnte Biogas eine Alternative zu Erdgas sein und wie wirtschaftlich wäre eine Kleinwindkraftanlage? An einem anderen Tisch wurde über Altbausanierung und Heizungserneuerung diskutiert. Wichtig sei es, die einzelnen Sanierungsschritte gut aufeinander abzustimmen. „Der Energieberater der Verbraucherzentrale kommt sogar ins Haus“, berichtete eine Teilnehmerin.

Ein weitgestecktes Ziel war die CO2-Neutralität für Kalenborn-Scheuern. Genannt wurde auch, dass es wichtig ist Einzellösungen, beispielsweise eine Wärmedämmung, mit gemeinschaftlichen Lösungen zu verbinden. „Wir haben hier eine gute Dorfgemeinschaft“ so eine Teilnehmerin.

Kalenborn-Scheuern ist die zweite von drei Gemeinden aus der VG Gerolstein; die anderen sind Duppach und Densborn, die ein energetisches Quartierskonzept erstellen. Das Ziel eines Quartierskonzeptes ist das Aufzeigen von technischen und wirtschaftlichen Einsparpotenzialen sowie die Entwicklung konkreten Maßnahmen.

Wie geht es weiter?

In den kommenden Wochen werden die Daten aus der Bestandsaufnahme und den Fragebögen ausgewertet und Maßnahmen entwickelt. Anfang kommenden Jahres wird dann der nächste Bürgerworkshop in Kalenborn-Scheuern stattfinden. Thema und Termin werden rechtzeitig bekannt gegeben. Fragen und Anregungen zum Quartierskonzept können jederzeit an den Bürgermeister, die Steuerungsgruppe und die Planer gerichtet werden. Wir freuen uns darauf, Kalenborn-Scheuern gemeinsam weiter zu bringen.


Anna Jessenberger; Energieagentur Rheinland-Pfalz und Lothar Streicher; Ortsbürgermeister Kalenborn-Scheuern